Freitag, 15. Juni 2012

... was so in letzter Zeit los war ...

Hallo!

Seit Julias Besuch nach dem ETDS sind so ein paar Sachen passiert, ueber die ich kurz erzæhlen møchte (wæhrend mein Gel læuft).

Nachdem Julia wieder abgereist ist, habe ich mich beeilt, den Bericht ueber mein kurzes Laborprojekt mit der Massenspektrometrie fertigzuschreiben. Sobald ich ihn in einem vertretbaren Zustand hatte, bin ich dazu uebergegangen, Paper zur STED-Mikroskopie und deren Anwendung zu lesen, hauptsæchlich aus der AG Hell. Ich hatte næmlich am 4.6. ein Vorstellungsgespræch bei Prof. Hell am Max Planck Institut fuer Biophysikalische Chemie in Gøttingen, wo ich mich fuer eine externe Diplomarbeit beworben hatte. Dafuer bin ich schon am Abend vorher von Odense nach Gøttingen gefahren. Dort habe ich mich mit David und seiner Frau getroffen. Er hat auch in KL Biophysik studiert, ein paar Semester ueber mir, dann eine externe Diplomarbeit an eben jenem MPI geschrieben und macht dort jetzt seine Doktorarbeit. Wir sind ein bisschen durch die Gøttinger Altstadt gelaufen (schøn hergerichtet), haben dort zu Abend gegessen und sind dann zu ihnen nach Hause, wo wir noch ein paar Spiele gespielt und erzæhlt haben. David hatte mir angeboten, bei ihnen auch zu uebernachten, sehr praktisch. Am næchsten Morgen hat er mich mit zum Institut genommen. Mein Termin war erst um 11.30 Uhr, also war vorher genug Zeit fuer ihn, mir seinen Teil des Instituts und seine Arbeit zu zeigen. Er beschæftigt sich mit Molecular Dynamics Simulations von Kaliumkanælen. Kurz nach 11 hat er mich dann vor der Tuer von Prof. Hells Sekretærin abgeliefert. Dort musste ich allerdings noch eine ganze Weile warten, Prof. Hell war noch beschæftigt. War nicht so schlimm, eine nette franzøsische Austauschdoktorandin musste auch warten, wir haben uns gut unterhalten. Sie arbeitet mit winzigen Diamantpartikeln, die Verunreinigungen von Stickstoffatomen enthalten und dadurch auch nach dem selben Grundprinzip wie bei STED-Mikroskopie selektiv an- und abgeregt werden kønnen. Das nutzt sie aus, um mit den Diamantkørnchen Stofftransport in Neuronen sichtbar zu machen - ziemlich cool! Toxisch sind diese Teilchen auch nicht. Kurz vor 12 durfte ich dann zu meinem Bewerbungsgespræch. Prof. Hell ist mir sympathisch, wie schon damals im 2. Semester, als er im Rahmen der ZaPF in Gøttingen einen Abendvortrag hielt. Allerdings war er von mir anfangs nicht so wirklich ueberzeugt. Unter seinen ersten Fragen waren: "Warum haben sie sich entschieden, in Kaiserslautern Biophysik zu studieren?" und "Sie haben nur eine 1,9 im Vordiplom. Wie ist das denn passiert, kønnen sie mir das erklæren?". Nunja, wir haben uns trotzdem gut unterhalten und am Ende meinte er "Sie machen einen vernuenftigen Eindruck und es ist ja nur eine Diplomarbeit, also warum nicht.". Er hat mir auch gleich vorgeschlagen, im Sommer ein Praktikum am Institut zu machen, zum gegenseitigen Kennenlernen. Also werde ich meinen August und September in einem Labor in Gøttingen verbringen. Dafuer musste ich zwar meine Sommerakademie mit der Studienstiftung und meinen Usbekistanurlaub mit Steff absagen, aber was tut man nicht alles, um an ein Max Planck Institut zu kommen ... und dorthin kommen wollte ich unbedingt. Schon als ich damals im 2. Semester die Fuehrung dort mitgemacht und den Vortrag von Prof. Hell gehørt habe, war ich tief beeindruckt und begeistert und habe mir gedacht, wow, an so einem Ort will ich spæter mal arbeiten! Jetzt habe ich die Chance :)

Nachdem ich wieder zurueck in Odense war, musste ich am næchsten Morgen im Krankenhaus vorbei, meinen Laborbericht abgeben. Und danach mich hinsetzen und eine Præsentation darueber ausarbeiten, die sollte ich am Freitag jener Woche halten. Erst dachte ich, ich soll sie nur fuer meinen Betreuer Martin und den internen Zensor Lars halten, aber dann haben sich spontan noch 2 Doktorinnen und ein Medizinstudent dazugesellt. Sie haben meinen Vortrag alle sehr positiv bewertet. Trotzdem habe ich insgesamt nur eine 10, also eine 2, bekommen, weil man meinem Bericht wohl doch angesehen hat, dass ich nicht allzuviel Zeit darauf verwendet habe.

Als das auch geschafft war, stand mir nichts mehr im Wege, fuer meine grosse Klausur in Molecular Disease Diagnostics zu lernen. Schriftlich, 4 Stunden, ueber den Stoff des ganzen Jahres ... das habe ich am Dienstag hinter mich gebracht. Ich habe das Gefuehl, dass es ganz gut gelaufen ist, mehr werde ich in ein paar Wochen wissen.

Jetzt beschæftigt mich noch mein Laborprojekt bei Brage. Das læuft leider ueberhaupt nicht so, wie ich das will. Allerdings geht das nicht nur mir so. Auch bei Katharina, Marina und Sabrina klappt in den letzten Wochen einfach nichts, es ist zum Mæusemelken. Aber weil es Biologie ist, muss das nicht mal an einem Fehler von uns liegen. Natuerlich kann man sich beim Pipettieren ausversehen vertun oder bei einer Verduennung einen Rechenfehler machen. Aber es kann genauso gut sein, dass jemand unsauber gearbeitet und den Buffer verunreinigt hat, dass die Antikørper schon zu lange im Kuehlschrank rumstehen und schlecht werden, oder dass jemand die Tuer vom Inkubator zu lange offen gelassen hat und die Zellen sich verkuehlt haben ... wie es mal jemand passend auf den Punkt gebracht hat: Absence of proof is no proof of absence. Und eben das nervt mich in der Bio, da mach ich doch lieber Physik, auch wenn das stundenlang an Spiegeln rumjustieren heisst.

Durchbrochen wird der Alltag von der Aufregung um die Fußball-EM. Pünktlich dazu haben die Dänen die Cafeteria mit ausgeschnittenen Fußbällen dekoriert und laufen wenn ihre Nationalmannschaft spielt mit Fahnen als Umhang über der Schulter durch die Gegend ("Superdane"). Wenn Dänemark nicht spielt, sind viele von ihnen für Deutschland. Ich habe mir die Spiele von beiden Ländern mit angeschaut, das ist schon unterhaltsam. Ich weiß jetzt, wie man ausdrucksvoll auf Dänisch schimpft und flucht ;)

Mittwoch, 13. Juni 2012

Frühlingsregengrün

Diese Fotos habe ich schon im Mai bei einem Spaziergang kurz nach dem Regen gemacht, aber ich bin jetzt erst dazu gekommen, sie zu verarbeiten ... das war erstaunlich, wie schnell auf einmal alles grün war!






Donnerstag, 7. Juni 2012

Julias Besuch

Nach dem ETDS ist Julia mit mir zusammen nach Odense gekommen, um mich ein paar Tage lang zu besuchen. Die Zugfahrt hat den ganzen Tag in Anspruch genommen, wir waren damit beschäftigt, zu quatschen, wach zu bleiben und das Umsteigen nicht zu verpassen. Während all der Stunden haben wir keinen richtigen Berg gesehen. Was sagte Julia dazu: Sie ist der festen Überzeugung, dass sie die bloß verschlafen hat ^^ Nach unserer Ankunft am Montag abend haben wir nur noch Burger geholt, einen Film geschaut und dann geschlafen.

Am Dienstag habe ich Julia erst die SDU und dann die Stadt gezeigt. Wir waren in der Fußgängerzone (dänisches Design von Schmuck und Wohnungseinrichtungsgegenständen bewundern ;), im Dom, der Sct. Hans Kirche, am Hafen und auf dem Rückweg sind wir am Fluss entlang durch den Park gefahren. Am Abend waren wir hier im Cafe und haben Billard gespielt. Was Julia natürlich nicht kann, genauso wenig wie Tanzen ;P

Da man alles Wichtige und weniger Wichtige von Odense an einem Tag sehen kann, sind wir am nächsten Tag nach Kerteminde geradelt, einem netten kleinen Städtchen an der Ostküste Fünens. Dort waren wir am Strand und haben im Wasser vom Steg aus sogar Quallen gesehen. Zum Baden war es natürlich viel zu kalt. Dann sind wir weitergeradelt nach Ladby zum Wikingermuseum. Das kleine Museum ist um ein altes Wikinger-Grabschiff herum aufgebaut worden, was dort als Einziges in ganz Dänemark gefunden wurde. Neben dem Museum waren auch freiwillige Handwerker dabei, das Schiff in Originalgröße mit den alten Methoden zu rekonstruieren - sehr interessant, das zu beobachten. Auf dem Rückweg nach Odense konnten wir uns an all den niedlichen alten Bauernhäusern in den malerischen kleinen Dörfern erfreuen. Abends haben wir mit Stefan und Edwin zusammen DnD gespielt.

Donnerstags sind wir nach Kopenhagen gefahren - ich kann ja Julia nicht wieder nach Hause lassen, ohne dass sie die Hauptstadt gesehen hat ^^ Wir sind vom Bahnhof aus durch die Fußgängerzone zum Nyhavn gelaufen (mit Zwischenstops in Läden). Von dort haben wir eine Stadtrundfahrt mit dem Boot gemacht. Nachdem wir wieder angekommen waren, sind wir an der Marmorkirche und dem Schloss Amalienborg vorbei zum Rosenborg Schloss gelaufen. Dort haben wir die Kronjuwelen und all den anderen königlichen Nippes bestaunt ^^ Zum Abschluss ging es dann noch in den Tivoli, mit den Gärten, Fahrgeschäften und verschiedensten Essgelegenheiten.










Julia hatte sogar Glück mit dem Wetter, 4 Tage ohne Regen und mit einem guten Anteil Sonnenschein!

Ich fand es toll, dass du da warst :) (Das dänische Wetter auch. Jetzt sind es nur noch 15°C und Wolken)

Freitag, 1. Juni 2012

47th ETDS in Enschede

Hallihallo!

Letztes Wochende war ich mit dem Team Kaiserslautern (fast vollzählig auf dem Foto) beim 47. European Tournament for Dancing Students in Enschede.


Am Freitag abend ging es los. Alle, die wie ich nicht das Glück hatten, mit ihrem Tanzpartner anzureisen, mussten erst einmal beim Blinddaten einen finden. Das war ein ziemlicher Nervenkitzel über Stunden hinweg, aber dann habe ich doch noch Hagen aus Karlsruhe gefunden, für das Standard- und das Lateinturnier.

Samstag fanden das Breitensportturnier im Standard und das Open class Turnier in Latein statt. In der Open class tanzen die richtigen Turniertänzer ab C-Klasse, dort ist Blinddaten Pflicht. Für das Breitensportturnier werden die Paare nach der Qualifikationsrunde in 4 Klassen eingeteilt: Amateurs - Profis - Masters - Champions. Zu unserer großen Überraschung sind Hagen und ich in die Champions eingeteilt worden. Allerdings mit dem Ergebnis, dass wir nach der 1. Runde rausgeflogen sind. Immerhin, nicht als die Schlechtesten, wir haben einen geteilten 48. Platz von 57 errungen.

schnell nachschauen, wann wir auf die Fläche müssen

Tango

Julia und ich


Wenigstens konnte ich dann in den folgenden Runden in aller Ruhe meine Teamkameraden aus KL anfeuern. So etwas strengt an und in einer Halle wird es sehr warm, daher waren alle für die Idee der Gastgeber, in den letzten Runden Eis auszuteilen, sehr dankbar.


So viel Tanzen macht müde!
Mama, Papa und Matthi sind zum Zuschauen gekommen. Ich hatte leider nicht viel Zeit, mich um sie zu kümmern, aber ich hatte den Eindruck, es hat ihnen gefallen. Selbst wenn Papa und Matthi etwas ungeduldig wirkten, aber ein Turnier lässt sich nun einmal nicht genau planen ... mich hat es dennoch gefreut, jetzt haben sie mich einmal tanzen sehen. Wenn auch nach einem 3/4 Jahr ohne Training.

Am Samstag fand auch das Open Turnier in Latein statt, das war eine tolle Show.


Am Abend stieg eine Kostümparty unter dem Motto "Game on!". Wir hatten viel Spaß dabei, zu erraten, was die einzelnen Kostüme darstellen sollten.


Im Laufe des Abends gab es eine Vorführung von den niederländischen Champions im Standardtanzen, das war ganz großes Kino ^^


Nach so einem langen Tag sind wir alle sehr gut eingeschlafen. Allerdings nicht für lange, am nächsten Morgen hieß es wieder um 6 aufstehen, damit frau rechtzeitig zum Frühstück um halb 8 angekleidet, geschminkt und frisiert ist.


Für Sonntag stand das Breitensportturnier Latein und das Open Class Turnier im Standard an. Hier haben Hagen und ich einen geteilten 37. Platz von 59 bei den Masters geschafft, damit waren wir auch sehr zufrieden.

Open Standard
Nach 2 Tagen Turniertanzsport waren wir alle ziemlich platt und haben das Wochenende bei einem Galadinner gemütlich ausklingen lassen. Getanzt wurde natürlich trotzdem noch ;) Von den ganz Harten auch am Montag morgen beim Frühstück, bis die Fläche abgebaut wurde.

Damit war mein erstes ETDS vorbei - und ich kann das nächste ETDS in Nijmegen im Oktober garnicht erwarten!

Donnerstag, 31. Mai 2012

mein Geburtstag

Ich weiß, mein Geburtstag ist schon eine Weile her, aber ich hatte einen so schönen dieses Jahr, dass ich ihn nicht unter den Tisch fallen lassen möchte.

Mein Geburtstag war an einem Donnerstag und ist deshalb mit dem Treffen mit meiner KFS-Bibelgruppe am Abend zusammengefallen. Nach dem Labor bin ich nachmittags einkaufen gegangen und habe dann Påls Küche in Beschlag genommen, um cupcakes zu backen: Schoko-Banane mit Schokoladenfrosting, Heidelbeer mit Cream cheese frosting und Vanille mit Himbeermarmeladenfüllung. Danach habe ich mich mit Casper, Ninna, Mette und Steffen (den Mitgliedern meiner Bibelgruppe) getroffen und wir sind nach Svendborg gefahren, wo Casper wohnt. Er hat eine zeitlang als Gärtner in einem alten Hotel in Svendborg gearbeitet. Vor einem halben Jahr ist das pleite gegangen, aber er hat immer noch die Schlüssel um dort nach dem Rechten zu sehen, also hat er uns eine Tour durch das Gebäude gegeben. Das war richtig schön, es war ein ca. 100 Jahre altes Anwesen, was etwas später zu einem Hotel umgemodelt wurde - in einem schönen alten Stil, mit den gemusterten Tapeten etc. :) Anschließend haben wir uns noch im weitläufigen Garten umgesehen, der bis an den Strand gereicht hat - dort sind wir zum Sonnenuntergang angekommen und haben sogar einen Regenbogen gesehen :) Danach hat Casper mit uns noch eine kleine Stadtrundfahrt gemacht (Svendborg ist echt ein niedliches Städtchen), bevor wir zu ihm nach Hause sind. Casper hatte einen schönen Strauß Tulpen auf dem Stubentisch stehen aus dem Hotelgarten und hat dann noch überall Kerzen angezündet (eine dänische Angewohnheit ;). Ich habe mich im Wohnzimmer mit Mette unterhalten, während die anderen in die Küche verschwunden sind. Nach einiger Zeit (wir haben uns schon gefragt, seit wann Kaffee und Kakao so lange brauchen), ist Mette dann auch noch verschwunden - kurz darauf kamen sie alle ins Wohnzimmer, mit Luftschlangen, Luftballons und einer Geburtstagstorte und haben mir ein dänisches Geburtstagslied gesungen :) Den Kuchen, die cupcakes und die Brownies haben wir schnell verputzt und danach noch viel erzählt. Es war jedenfalls ein toller Abend.

Mit meinen anderen Freunden in Odense wollte ich auch noch feiern, dafür habe ich sie alle zu einem Geburtstagspicknick in den nahen Park eingeladen. Das war aber erst am Wochenende nach London, ich dachte, im Mai wäre schöneres Wetter. Sonntag nachmittag haben wir uns alle im Park neben dem See getroffen. Einige hatten Kuchen und Kekse mit, Saft hatten wir auch, die Sonne schien hin und wieder und es war irgendeine Veranstaltung, weshalb im Hintergrund sogar eine Band gespielt hat. Besser kann es doch kaum werden ^^ Um es kurz zu fassen, wir haben das Wetter genossen, gefuttert und gequatscht bis die Sonne so tief stand, dass es kalt wurde. 

Dienstag, 8. Mai 2012

ein Wochenende in London

Obwohl ich so viel für die Uni zu tun habe, konnte ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, Simon einmal in London zu besuchen, bevor wir beide wieder nach Hause reisen.

Also bin ich am Freitag nach Malmö gefahren (mit dem Zug über die Øresundsbroen :) um von dort aus nach London zu fliegen. Ich kann nun sagen, dass Südschweden nicht anders aussieht als Dänemark und das ähnelt auch Norddeutschland ... nur dass ich an den zahlreichen kleinen schwedischen Seen sehr viele Wildgänse und -enten gesehen habe. Und die Schweden mögen eindeutig gelbe Farbe ^^


Unser Pilot hatte Recht, als er vor dem Abflug sagte "If you`re looking for decent weather, you`d better stay here in Sweden." In London wurde ich von dem traditionellen regnerischen Wetter empfangen. Aber da ich das ja schon aus Dänemark kenne, wollte ich mir davon nicht die Laune verderben lassen.


Nach meiner Ankunft bin ich mit Simon und ein paar seiner Freunde in die Innenstadt gefahren und habe dort einmal den Tower und die Tower Bridge bei Nacht gesehen. 


Ob da oben die Prinzessin wartet? ;)



Als ich mich so am Ufer der Themse umgeschaut habe, ist mir unwillkürlich eine andere Skyline in den Sinn gekommen, die ich erst unlängst gesehen hatte. Hier einmal der direkte Vergleich zwischen der Hauptstadt des ehemaligen Empire und der ehemaligen Kolonie:




Leider habe ich hier keine 360° Aufnahme, die hätte meinen Punkt noch deutlicher gemacht ...


Am nächsten Morgen habe ich mir noch einmal den Tower von London angeschaut, diesmal von innen. Dabei habe ich eine Führung von Yeoman the Warden mitgemacht. Ein sehr lustiger, unterhaltsamer Geselle mit dem typischen britischen Humor.


Man hat auch von Anfang an seine besondere Einstellung gegenüber Amerikanern gehört: "Is there anyone from Canada? *cheers* From Australia? *some cheers* Europe? *many cheers* from the UK? *loudest cheers* You don`t consider yourself part of Europe? *laughter* Anyone from the US? *some cheers* "No, you can`t cheer, you`re not part of the Empire. I`ll tell you what, you can have Yeehaw." *yeehaw* "Did everybody hear that? That`s why you`ll never have an Empire!"
Etwas später, nachdem der Warden uns mit einigen blutigen Gruselgeschichten über den Tower verwöhnt hatte: "Are you Americans still listening?" "Yes!" "All this great history could`ve been yours - if you`d only paid your taxes!" *laughter all around*



Nach der Führung habe ich mir erst einmal die britischen Kronjuwelen angeschaut. Ich muss sagen, das sind schon beeindruckende Stücke, auf beeindruckende Weise dargestellt. Ich konnte mich jedoch des Gedankens nicht erwehren, dass die dänischen Kronjuwelen von vergleichbarem kunsthandwerklichem Level sind, zudem soweit ich weiß älter, und die Dänen trotzdem nicht so einen Trubel darum machen. Die dänische Königsfamilie hat generell ein "lower profile", was bestimmt für die Mitglieder angenehmer ist.


Dann habe ich mir ein Mittagessen gegönnt, Steak&Ale Pie mit Kartoffelbrei und gravey darüber. Sehr deftig und lecker :) Anschließend habe ich einen Rundgang über die zur Themse gelegenen Wehrgänge gemacht. Dabei kam ich durch einige Räume aus dem 13. Jh., in denen man die originale Einrichtung sehr nett wiederhergestellt hatte:




Von den Wehrgängen aus habe ich auch entdeckt, wo die berühmten Raben untergebracht sind:


Nachdem ich also ausführlich den Tower begutachtet hatte, habe ich mich nach Nordlondon zum Geffrye Museum begeben. Dieses Museum befindet sich in einem ehemaligen Armenhaus, dessen einzelne Räume umgestaltet wurden, jeder Raum wurde wie ein typisches Wohnzimmer einer bürgerlichen Londoner Familie in aufeinanderfolgenden Epochen eingerichtet. Man beginnt in einer Stube aus dem 16. Jh. und arbeitet sich bis ins 20. Jh. vor. Dabei kann man nicht nur die Zimmereinrichtung besichtigen, sondern es wird auch erklärt, wie eine typische Familie aus der Mittelschicht damals gelebt hat, wie die Häuser gebaut wurden, etc. 
chronologisch von links oben nach rechts unten
Außerdem gehört zu dem Museum noch ein Garten, der auch in verschiedene Abschnitte mit verschiedenen Stilen unterteilt wurde und sehr schön hergerichtet und gepflegt war :)




An diesem Abend haben Simon und ich uns mit einer Freundin von ihm getroffen und sind in einen gemütlichen Pub in der Nähe des Wohnheims gegangen, wo wir schön quatschen konnten ;) Allerdings nicht sehr lange, um 11 Uhr herum machen alle Pubs in London zu. Was ich ehrlich gesagt vernünftig finde, mir würde es reichen, von 8 bis 11 Uhr oder so weg zu gehen, dann kann man am nächsten Tag noch normal arbeiten. Das scheitert hier leider am Gruppenzwang, der diktiert, dass man erst nach 10 Uhr überhaupt losgeht.


Am nächsten Morgen gings auf zur Westminster Abbey, dort haben wir den Gottesdienst besucht. Ich hatte schon Probleme, die Kathedrale von außen irgendwie auf ein Foto zu bekommen, als ich weiter zurückgehen wollte, stand ich fast auf der Straße - und von innen war sie noch viel beeindruckender! 

 
Eine sehr schöne gotische Kathedrale alles in allem mit wunderschönen Rosettenfenstern. Leider darf man drinnen nicht fotografieren. Der Gottesdienst war auch schön. Definitiv eine neue Erfahrung, ich hatte bisher erst Teile eines anglikanischen Gottesdienstes in Hongkong gesehen. Es ist für mich wie eine Mischung aus evangelisch und katholisch, mit mehr knien und mehr Liturgie als bei uns. Auch wurden die meisten Lieder von einem Chor gesungen. Sehr schön, klassisch und gekonnt, vor einer perfekten "Kulisse" ... aber mir macht es Spaß, selber mitzusingen ...


Auf dem Weg von der tube-Station durch die City sind wir an einigen der bekannten Touristenspots vorbeigekommen, da konnte ich mir so ein paar typische Fotos (I was here!) einfach nicht verkneifen:




Als nächstes Stand Camden Market auf meinem Programm. Dieses Viertel war noch genauso bunt, laut, voll, geschäftig und verrückt, wie ich es seit meinem letzten Besuch mit 14 Jahren in Erinnerung hatte :) Ich hab da so viel Spaß dabei, an all den Ständen vorbeizuschlendern und mir die verrückten Sachen anzuschauen, die es dort gibt - und auch die Menschen, die dort so rumlaufen ... Simon hat sehr viel Geduld mit mir bewiesen ;)




Nach einigen Stunden hatte ich dann eine totale Reizüberflutung und wir haben uns wieder in die Innenstadt begeben, wo ich noch das Victoria&Albert Museum besichtigen wollte. Auf dem Weg haben wir einen Abstecher zur Hummingbird`s Bakery gemacht, die Nina mir wärmstens empfohlen hatte - zu Recht, wie ich bestätigen kann, sind die cupcakes einfach himmlisch! Und Simon hat nur 5 min entfernt Vorlesung - das wäre für mich garnicht gut ;)





Das Victoria&Albert Museum ist das weltweit größte Museum für Kunst und Design. Obwohl ich schon in vielen Kunstmuseen war, habe ich hier doch noch so einige neue Dinge entdeckt. 


Dieses Gebilde hängt in der Eingangshalle - da hatte ein Glasbläser bestimmt ganz viel Spaß!
Einen Altar aus bemaltem Porzellan habe ich vorher noch nie gesehen!

neuzeitliche japanische Modeerscheinungen
Edinburgh durch die Augen eines chinesischen Künstlers (Anfang des letzten Jahrhunderts)
indische "Fenster" - die kannte ich schon, aber ich finde diese druchbrochenen Muster immernoch wunderschön
ein freundlicher britischer Stuhl ;)
Es gab eine sehr interessante Ausstellung über die Entwicklung der Glasmalerei und der Herstellung von bunten Fenstern - mit wunderchönen Beispielen :)
ein Beispiel aus einer Ausstellung alter Fotografien - aus der Zeit, als Künstler gerade erst begannen, dieses Medium für sich zu entdecken
Auf dem Rückweg vom V&A Museum sind wir an Simons Universität vorbei und durch Kensington Gardens zurück zum Wohnheim gelaufen. Ich muss sagen, das ist schon ein beneidenswerter "Schulweg" ...
Den letzten Abend haben wir noch viel gequatscht und dann war meine Zeit in London leider auch schon vorbei. Am nächsten Morgen ging es mit dem Bus zum Flughafen, dann nach Malmö, über die Öresundbrücke zurück nach Kopenhagen und von dort nach Odense. Immerhin wurde ich von Skandinavien mit sonnig-schönem Frühlingswetter zurückbegrüßt.

So, noch einmal ganz lieben Dank an Simon für ein super Wochenende und natürlich an meine Mama und meinen Papa für das Flugticket!